#2 MoskauMoskau SOJAS WOHNUNG nach Michael Bulgakow vom Studierendentheater der Uni Halle

MOSKAU MOSKAU #2 2018 WUK
Das Studierendentheater der Martin Luther Universität Halle/ Wittenberg zeigt:
SOJAS WOHNUNG
Von Michael Bulgakow
Am 24. Januar 2018 eröffnet das WUK-Theater Quartier  am Holzplatz das zweite Kapitel #2 MOSKAU MOSKAU mit der Premiere von SOJAS WOHNUNG
„Das 1927 am Wachtangow-Theater in Moskau  uraufgeführte Stück ist eine theatralisch brillante Satire auf Leute der überlebten Klassen des Adels und der Bourgeoisie, aber auch auf die Emporkömmlinge der Sowjetmacht, die unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Wohltätigkeit doch nur ihre egoistischen Interessen bedienen, die keinerlei Haltung haben, außer der zu sich selbst, und die darum skrupellos heucheln, kriechen und zum Munde reden. Die Handlung spielt in der riesigen Wohnung der reichen Witwe Soja Pelz, die unter dem Aushängeschild einer Schneiderei einen zweifelhaften Amüsierbetrieb organisiert.“ (TTX)
Michail Bulgakow (1891-1940), was für ein atemloses Leben! Dabei hat er sich so nach innerer Ruhe gesehnt: Michail Bulgakow, der Spötter und Individualist, der Romancier mit der überbordenden, sinnlichen Phantasie und dem tiefen Glauben. Drei Ehen, ein Medizinstudium, Krankheiten und Morphiumsucht hat er in seinen 49 Lebensjahren untergebracht, allein in den ersten dreißig davon zahllose Ortswechsel, einen Weltkrieg, die Oktoberrevolution und die Wirren des Bürgerkriegs. In Kiew erlebte er zehn Machtwechsel in drei Jahren, insgesamt waren es noch mehr. Immer schrieb er dicht am Geschehen – und nur in wenigen Fällen tat das seinen Werken nicht gut.
Er wusste um diese Schwierigkeit, denn das »Gegenwärtige ist zu lebhaft, es beunruhigt und reizt zu sehr; die Feder des Schriftstellers geht unbemerkt zur Satire über«.
Es sind Worte seines literarischen Vaters Gogol, die Bulgakow hier in einem Brief an Stalin zitiert, um für sich jene Kontemplation einzufordern, die er für einen großen Roman bräuchte. (Chr. Pöhlmann)
Der Autor des weltberühmten Romans „Der Meister und Margarita“, war nicht nur als Prosaautor und Feuilletonist, sondern auch als Dramatiker von der sowjetischen Zensur gefürchtet. Seine Stücke wurden meist gleich nach der Uraufführung verboten oder konnten erst gar nicht inszeniert werden. Ihr satirisches Potential hat nichts an Schärfe verloren, und bis heute finden sich Bulgakows Stücke auf den Theaterspielplänen in aller Welt. (Henschel)
Und, vielleicht nicht ganz unwesentlich, der Asteroid 3469 Bulgakov ist nach ihm benannt.
26 Spielerinnen und Spieler des Studierendentheaters der Martin- Luther- Universität Halle treiben ihr Unwesen in SOJAS WOHNUNG. Gemeinsam haben wir das WUK Theater Quartier zu dem „zweifelhaften“ absurden Ort gemacht, wo nichts mehr gilt, was anderswo noch gültig scheint.
Oder nähern wir uns gerade dadurch der Wirklichkeit, da draußen auch nichts mehr gültig ist.
Was ist wahr, was ist Schein!?
Und was heißt es heute verrucht zu sein und Verbotenes zu tun!
»Auf dem weiten Feld der russischen Literatur in der UdSSR war ich ein einsamer Wolf. Man hat mir geraten, mein Fell zu färben. Ein dummer Rat. Ein Wolf, ob gefärbt oder geschoren, wird nie wie ein Pudel aussehen.« Bulgakow
SOJAS WOHNUNG sägt an der Wirklichkeit.
Und wir küssen die Katze von Bulgakow und verehren die russische Seele.
Wir singen. Wir tanzen. Aber nur so lange es verboten bleibt!
Das Ensemble des Studierendentheater hat gemeinsam einen eigenen Zugang gefunden in SOJAS WOHNUNG. Und wir hoffen, dass Michael Bulgakow vorbeikommt. Oder er ist schon da!

Beteiligte:
Spiel: Silja Baldes, Luise Banik, Maximilian Barz, René Braun, Leonie Dellbrück, Sylivia Eck, Nina Esposito, Yannick Gerdes, Felicia Hein, Alida Kilanowitsch, Jule Klister, Paul Koch, Miriam Matthias, Julian Martin, Christoph Minkenberg, Anja Mischutin, Benjamin Müller, Özge Nasa, Alma Roggenbuck, Fanny Schöneich, Eilsabeth Sitzlack, Miriam Stropel, Nicole Tröger, Niklas Wacker, Juliane Witschel, Jakob Wollek
Inszenierung: Tom Wolter
Musikalische Leitung: Samuel Mager
Künstlerische Mitarbeit: Elsa Weise
Ausstattung und Kostüme: Katharina Kraft
Choreografische Mitarbeit: Holdine Wolter
Technik: Sebastian Schachtner
Grafik: Lena Mühl
Produktion: WUK Theater Quartier
Produktionsleitung: Nicole Tröger
Termin:
Premiere am 24.1.2018 20:00Uhr im WUK Theater Quartier am Holzplatz 7a
weitere Termine: 25.01, 26.01, 27.01, 30.01, 31.01.,01.02., 02.02. jeweils 20 Uhr
 
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SOJAS WOHNUNG wird präsentiert vom WUK Theater Quartier!
Das Studierendentheater der Universität Halle wird im Auftrag der Martin- Luther – Universität Halle – Wittenberg realisiert vom Werkstätten und Kultur Halle (Saale) e.V.
DIE ARBEIT des Studierendentheaters wird unterstützt vom Studentenwerk Halle, dem Studierendenrat der Uni Halle und den Stadtwerken Halle.
Besonderen Dank an das Zentrum für Zirkus und bewegtes Lernen Halle e. V. und den Eigenbetrieb für Arbeitsförderung der Stadt Halle!
Karten und weitere Info unter www.wuk-theater.de und Informationen unter www.coll-music.uni-halle.de/studierendentheater